Wer kennt nicht die Sage von Siegfried, dem stolzen Drachentöter, und seinem schmählichen Ende. Auf der Jagd wurde der Held hinterrücks ermordet, als er seinen Durst an einem kühlen Quell löschen wollte. Unverwundbar geworden durch das Bad im Drachenblut gab es doch eine Stelle auf der Schulter, die ungeschützt war. Die kannte Hagen von Tronje und streckte Siegfried deshalb mit seinem Speer nieder.
So steht es im Nibelungenlied, der bedeutendsten deutschen Heldendichtung des Mitelalters. Um 1200 entstanden, greift es jedoch auf Sagen der nordisch-germanischen Welt und Ereignisse der Völkerwanderungszeit zurück: den Untergang des Burgunderreiches im Jahr 436 etwa, den Tod des Hunnenkönigs Attila im Jahr 453 oder die Person des Ostgotenkönigs Theoderich (Dietrich von Bern). Sie werden mit der höfischen Welt des hohen Mittelalters verknüpft. Der Autor des Nibelungenliedes ist bis heute unbekannt, trotz vieler, manchmal geradezu rührend anmutender Versuche der Identifizierung. Doch eine andere Frage bewegt vor allem die Heimatforscher: Wo starb Siegfried? Wo liegt der Ort der ruchlosen Tat? Viele Dörfer erheben Anspruch darauf, den “einzig wahren” Siegfried-Brunnen zu besitzen. Zu ihnen zählt Grasellenbach im Odenwald.
Entdecker des dortigen Siegfried-Brunnens ist der Geheime Staatsrat Dr. Johann Friedrich Knapp aus Darmstadt. Bei seinen Forschungen stieß er im Jahr 1844 im Wald oberhalb von Grasellenbach auf eine Quelle. Sie war den Einheimischen schon lange bekannt, doch Knapp schien sie jenen geographischen Angaben zu entsprechen, die das Nibelungenlied bietet. Danach fand die verhängnisvolle Jagd im Gebirge statt, und zwar im “O-tenwalde” oder auch “Waskenwalde.” Den Ort “Ottenhain”, wo die Siegfriedquelle fließen sollte, identifizierte er mit dem Flurstück Totenhain in der Nähe von Grasellenbach.
Nachdem die Echtheit des Grasellenbacher Siegfried-Brunnens hinreichend bewiesen schien, fand 1851 die feierliche Deklaration statt. Ein altes Sühnekreuz wurde durch ein neugotisches ersetzt, auf dem stilgerecht der entsprechende Vers des Nibelungenliedes in mittelhochdeutscher Sprache eingemeißelt wurde.
Die Entdeckung des Siegfried-Brunnens fiel auf fruchtbaren Boden: vor allem bei jenen, die in Siegfried den Urtypus des deutschen Helden schlechthin sahen. Doch auch die Grasellenbacher wussten mit der neuen Errungenschaft rasch etwas anzufangen. Die Werbung mit der Sagengestalt bescherte dem kleinen Bauerndorf frühen Tourismus. Da machte es wenig, dass es auch anderenorts “einzig wahre “ Siegfried-Brunnen gab und andere Forscher Johann Friedrich Knapp schon bald verhement widersprachen. Heute ist die gesamte Region Grasellenbach Nibelungenland. Von Worms, dem einstigen Zentrum des Burgunderreichs, führt die Nibelungenstraße in den Odenwald. Wer heute durch den Luft- und Kneippkurort flaniert, stößt auf Schritt und Tritt auf Gasthöfe oder Pensionen, die sich mit den Figuren des Nibelungenliedes schmücken: Kriemhild, Hagen, Gunther und Brunhild- und eben Siegfried.
Die Gemeinde Grasellenbach wurde in ihrer heute bestehenden Form 1972 aus den damals selbständigen Gemeinden Hammelbach (Litzelbach), Gras-Ellenbach, Wahlen und Scharbach geschaffen. Die hier zusammengefaßten Ortsteile waren bereits seit dem Mittelalter, bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts, zu der Churpfälzischen “Aicher Cent” zusammengefaßt.
Lediglich Litzelbach gehörte zur Mainzischen ...
Herzlich Willkommen in Grasellenbach
Blick ins Uferbachtal
Die Gemeinde Grasellenbach wurde in ihrer heute bestehenden Form 1972 aus den damals selbständigen Gemeinden Hammelbach (Litzelbach), Gras-Ellenbach, Wahlen und Scharbach geschaffen. Die hier zusammengefaßten Ortsteile waren bereits seit dem Mittelalter, bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts, zu der Churpfälzischen “Aicher Cent” zusammengefaßt.
Lediglich Litzelbach gehörte zur Mainzischen Cent Abtsteinach. Die Cent - eine Landeinteilung ähnlich einer Gemeinde - trugen den Namen Aicher oder Hammelbacher Cent. Den Namen Aicher Cent erhielt sie von dem Standort der Gerichtsstätte, welche nämlich an einer “Gefehlten Aiche” sich befunden hat. Die Ersterwähnung des Ortsteiles Hammelbach geht auf das Jahr 795 zurück, während die anderen Ortsteile um 1300 ihre Ersterwähnung finden. Die Zugehörigkeit der Orte zur Chur Pfalz bzw. zur Chur Mainz währte bis zum Jahre 1802. Danach kamen die Gemeinden durch den Reichsdeputationshauptschluß zu Großherzogtum Hessen. Die ursprünglichen Handwerker- und Bauerndörfer erlebten im 19. Jahrhundert durch die Blüte der Buntsandsteinverarbeitung einen Aufschwung.
Im 20. Jahrhundert erwuchs dem Fremdenverkehr eine wachsende Bedeutung, so dass besonders im OT Gras-Ellenbach der Fremdenverkehr ein bedeutender Wirtschaftszweig wurde. Die Gemeinde Grasellenbach hat zur Zeit ca. 4.000 Einwohner.
Informationen dankend von der Gemeinde Grasellenbach
Der Weg führt auf einer früheren Überwald-Bahntrasse entlang des Ulfenbachtales. Von Hessens bestem Café im Gassbachtal (Hoga-Auszeichnung 2007), dem sagenumwobenen Siegfriedbrunnen bis hin zum Himbächel-Viadukt und einer sehr reizvollen Natur des Ulfenbachtales kann man h ...
Eine entspannende Radtagestour, die ca. 21 km von Mossautal über Grasellenbach nach Wald-Michelbach führt, also quer durch das Marbachtal und den Überwald im Naturpark Bergstraße-Odenwald, dem Jagdrevier der Nibelungen und eine Oase der Stille, Ruhe und Erholung. Am Ziel in Wald-Michelbach erwartet uns der „Alte Bahnhof" der unter Denkmalschutz stehenden ehemaligen Eisenbahnstrecke Mörlenbach nach Wald-Michelb ...
Nachdem Sie dem über 1250 Jahre alten Michelstadt mit seinen Sehenswürdigkeiten (historisches Rathaus von 1484, Michelstädter Burg mit dem Diebsturm, die Synagoge von 1791 mit dem jüdischen Museum)
und der historischen Residenz- und Elfenbeinstadt Erbach mit seiner sehenswerten Altstadt, dem Deutschen Elfenbeinmuseum, Barockschloß mit Gräflichen Sammlungen, alten Rathaus, historischen Städtel, Marktplatz ...